Fühkindliche Karies – Muttermilch & Prävention

Immer öfter werden bei Kleinkindern Zahnsanierungen in Vollnarkose durchgeführt. Wie kommt es zur Kariesentstehung und wie sehen Präventionsmaßnahmen aus.

Karies bekommt man jedoch nicht einfach so. Die Entstehung benötigt 3 Faktoren. Beim Fehlen einer dieser Faktoren kann es nicht zur Entstehung einer kariösen Läsion kommen.

  1. Infektion/Übertragung eines Keimes der für die Kariesauslösung wichtig ist. (Mutans Streptokokken). Hier erfolgt die Ansteckung meistens über die Mutter.
  2. Häufiger Konsum von niedermolekularen Kohlenhydraten (zuckerhaltige Nahrung und Getränke – Schokolade, Keks, gezuckerter Brei, Säfte, etc.). Niedermolekulare Kohlenhydrate sind der Nährboden für den Keim.
  3. Karies entsteht als Folge einer bakteriellen Stoffwechselaktivität, an deren Ende die Produktion organischer Säuren und ein niedriger pH Wert stehen.  Wenn die Säurefreisetzung sich oft wiederholt kann keine ausreichende Remineralisierung der Zähne erfolgen. Der Zahnschmelz wird zerstört und Karies kann entstehen.

Präventionsmaßnahmen:

  1. Die Prävention beginnt bereits bei der Mutter in der Schwangerschaft. Ein Zahnarztbesuch der Mutter in der Schwangerschaft ist empfehlenswert. Die beste Prävention von Karies bei Kindern ist die Zahnsanierung der Eltern schon vor der Schwangerschaft. Je mehr Bakterien sich in der Mundhöhle der Mutter befinden, umso mehr Bakterien können auf das Kind übertragen werden.
  2. Weitgehender Verzicht auf niedermolekulare Kohlenhydrate (zuckerhaltige Nahrung und Getränke – Schokolade, Keks, gezuckerter Brei, Säfte, etc.). Während es früher meist Instanttees waren, die sich in der Flasche befanden, so sind es heute eher die vermeintlich gesünderen Fruchtsäfte. Reiner Fruchtsaft enthält jedoch so viel Fructose, dass er etwa einer 10%igen Zuckerlösung entspricht. In Verbindung mit einem sehr niedrigen pH-Wert von Säften führt Dauernuckeln zur massiven frühzeitigen Zerstörung der Milchzähne.[1]
  3. Die Flasche sollte möglichst früh abgewöhnt und die Kinder an das Trinken von Wasser aus dem Becher oder Glas gewöhnt werden.
  4. Je weniger Zuckerimpulse umso besser. Häufige zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten stellen eine Gefahr dar. Auch vermeintlich gesunde Dinge wie etwa Bananen sind kariogen. Besonders der Konsum von Säften in „Nuckelflaschen“ in kurzen Zeitabständen kann die Entstehung von Karies begünstigen.
  5. Übertragung: Das Ablecken von Schnuller und Baby-Löffel durch die Eltern soll vermieden werden. Wenn Kinder mit drei Jahren noch keine Infektion mit dem Streptokokkus mutans haben, geschieht es viel seltener, dass sie im späteren Leben Karies bekommen.
  6. Als weiteren Schutz haben sich Fluoride in der Kariesprophylaxe sehr bewährt. Sie greifen an verschiedenen Punkten in die Kariesentstehung hemmend ein: Der Zahnschmelz wird säureresistenter, die Remineralisierung wird beschleunigt und der Stoffwechsel des Streptokokkus mutans wird gehemmt. Da die Wirkung jedoch fast ausschließlich lokal ist, sind eine Tablettenfluoridierung kleiner Säuglinge ohne Zähne kontraindiziert und auch später sollte die Fluoridierung vor allem lokal (mittels Zahnpasta) erfolgen. Nur wenn keine fluorhaltige Zahnpasta verwendet wird sollte die Verabreichung von Fluoridtabletten erfolgen. Wichtig ist die Verwendung einer altersabhängigen Fluoridzahnpasta.
  7. Beruhigungsmittel: Bedenkt man, dass vor nicht allzu langer Zeit in Österreich der Honigschnuller (heute werden oft die gesüßten SAB Tropfen verwendet) noch ein sehr bewährtes Beruhigungsmittel darstellte, ist dieser Faktor nicht zu unterschätzen.
  8. Eine ausreichende Mundhygiene der Eltern und später des Kindes.-Eltern sind Vorbildfunktion für ihre Kinder.
  9. Zahnputztechnik dem Alter anpassen. Die Zahnputztechnik ändert sich mit dem Lebensalter des Kindes. Am Anfang reicht eine „Schrubb-Technik“ der Kauflächen aus, kombiniert mit „Kreise malen“. Am besten immer nach derselben „KAI“ Systematik, das heißt – Kauflächen – außen – innen.  Von manchen Autoren wird empfohlen, bereits vor Durchbruch der ersten Zähne die Kieferkämme des Kindes mit einem weichen Tuch zu reinigen, um das Kind an eine Manipulation im Mund zu gewöhnen. Das Zähneputzen sollte ab dem ersten Zahn begonnen werden. Spätestens ab dem 1. Geburtstag wird mindestens 1 Mal täglich, vorzugsweise abends, ein „Hauch“ fluoridierte Kinderzahnpasta verwendet. Dabei ist vor allem wichtig, dass die Eltern unbedingt mithelfen müssen, bis die Kinder schreiben gelernt haben. Erst dann ist die Feinmotorik der Hände so weit ausgereift, dass eine vernünftige Reinigung der Zähne möglich ist. Elektrische Zahnbürsten sind etwa ab dem Kindergartenalter grundsätzlich genauso geeignet wie Handzahnbürsten. Viele Kinder finden elektrische Zahnbürsten einfach „spannender“ und sind dadurch motivierter.[2]

Karieskiller Muttermilch

Karies ist eine Zivilisationskrankheit, die es erst seit ca. 8000 Jahren gibt, den modernen Menschen aber gibt es schon seit 100.000 Jahren. Somit gab es 92.000 Jahre kein Karies bei gestillten Kindern. Muttermilch ist somit älter als Karies. Tiere werden auch gesäugt, auch bei diesen mit Milchzahngebiss, die Milch enthält ebenfalls Kohlenhydrate, dennoch ist Karies bei Tieren (in freier Wildbahn) nicht bekannt.[3]

Auch Muttermilch enthält kurzkettige Kohlenhydrate und wird häufig und über eine lange Zeit, zum Teil in kurzen Abständen zugeführt. So könnte man denken, dass auch sie kariogene Wirkung haben kann. Im Gegensatz zu anderen zuckerhaltigen Nahrungsmitteln senkt Muttermilch aber den ph-Wert deutlich weniger. Es erfolgt keine Freisetzung aggressiver Säuren, die den Zahnschmelz angreifen.

Die Laktose ist ein Disaccharid, ein Zweifachzucker, die erst im Dünndarm in Glucose und Galaktose gespalten wird. Kariesbakterien sind deshalb nicht in der Lage, die Laktose als Energiequelle zu nutzen. Sie bevorzugen einfache Zucker wie Glucose und Fructose.

Solange Babys ausschließlich gestillt werden, besteht keine Gefahr, Karies zu entwickeln.4]

Muttermilch wirkt der Kariesbildung entgegen. Sie enthält zelluläre Komponenten, wie Immunglobuline die das Wachstum von Bakterien, wie dem für die Kariesentstehung notwendigen Keim Mutans Streptokokken hemmen. Das ebenso nur in der Muttermilch enthaltene Laktoferrin bindet Eisen, so dass dieser zur Vermehrung von Bakterien notwenige Stoff nicht zur Verfügung steht. Außerdem enthält Muttermilch Mineralien zur Remineralisierung der Zähne. Diese zellulären Komponenten steigen in der reifen Muttermilch um das sechste Lebensmonat an.  Das ältere Baby, das am Tisch zu essen beginnt und sich selbst fortbewegen kann, ist gegen Krankheiten und Infektionen geschützt

Stillkinder leiden weniger oft an Atemwegserkrankungen als Kinder die mit künstlicher Säuglingsmilchnahrung zu gefüttert werden. Stillkinder trainieren laut Both (2003) nicht nur den Lippenschluss, sie schlafen – nicht zuletzt, weil sie weniger Atemwegserkrankungen haben – seltener mit offenem Mund und atmen mehr durch die Nase. Offene Mundatmung leistet Karies nämlich Vorschub. Vor allem, wenn das Kind mit offenem Mund schläft, trocknet die Mundhöhle aus und der Speichel kann die Zähne nicht mehr so wirksam remineralisieren. Gleichzeitig haben die Kariesbakterien ein leichtes Spiel.[5]

Mythos Langzeitstillen und nächtliches Stillen fördert Karies. Immer wieder besteht unter Zahnmedizinern der Verdacht, nächtliches Stillen über den 6. Monat hinaus (vor allem beim gestillten Kleinkind) wäre die Ursache für Karies beim Baby oder Kleinkind. Häufig wird betroffenen Müttern dringend zum Abstillen geraten und generell wird Langzeitstillen in diesem Zusammenhang abgelehnt.

Mehr zum Zähneputzen

Beim Säugling findet man häufig eine hohe Akzeptanz der Zahnbürste während der so genannten „oralen Phase“, da der Mund das Kontaktorgan zur Außenwelt darstellt. Dies wird genauso häufig gefolgt von einer absoluten „Zahnputzverweigerung“. Auch bei „Zahnputzverweigerern“ ist jedoch Konsequenz wichtig, oft hilft die Einbindung in ein Ritual. Die Ziele in diesem Alter sind die Verhinderung der Übertragung von Keimen und die Gewöhnung an die Mundhygiene als „Norm“. Im so genannten „window of infectivity“, das zwischen dem 6. und 30. Lebensmonat offen ist – also der Durchbruchsphase des Milchgebisses – kann es durch Kontakt mit Speichel von Bezugspersonen, meist der Mutter, zur Ansteckung mit Karies kommen. Als oberste Priorität wird die primäre Gesunderhaltung des Milchgebisses angesehen. Daher ist die frühe Vorstellung des Kindes bei einem Zahnarzt sinnvoll. Auf diese Weise wird der Besuch in einer entspannten Atmosphäre erlebt und kann von Seiten des Zahnarztes nochmals zur Aufklärung der Eltern genutzt werden.

Ab dem 2. – 3. Lebensjahr wollen die meisten Kinder versuchen, selbst die Zähne zu putzen. Dies ist wichtig, damit sie eine gewisse Systematik erlernen und nicht die Lust verlieren. Kindergartenkinder sind für Lob und Belohnung besonders empfänglich, sie leben oft in einer Phantasiewelt, die durch Geschichten oder Lieder bei der Mundhygiene unterstützt werden kann.

Eine effiziente Plaqueentfernung durch das Kind selbst ist jedoch erst etwa ab dem 8. Lebensjahr möglich. Bis dahin müssen die Eltern unbedingt nachputzen. Diese Systematik ist weitaus wichtiger als die häufig gestellte Frage nach der besten Zahnbürste oder Zahnpasta. Frei nach dem Motto „was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ kann man schlussfolgern, dass Verhaltensweisen, die im Kleinkindalter eingeübt werden, sehr resistent gegenüber späteren Veränderungen sind. Dabei ist es egal, ob diese Verhaltensweisen nun positiv oder negativ sind. Mit anderen Worten: In diesem Alter wird der Grundstein für ein zahngesundheitsbewußtes Leben gelegt. [6]

 



[3] Hüttemann V.: Stillen und Zahngesundheit, VELB & ILCA Kongress in Basel, am 23.10.2010

[4] Kathrin Veronika Plattner, DKKS, Muttermilch und Frühkindliche Karies, 2010

[5] Both, Denise: Stillen und Zahngesundheit in: Laktation und Stillen. Zeitschrift des Verbandes Europäischer LaktationsberaterInnen 3/2003

 

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Alkohol, Nikotin und Medikamente in der Stillzeit

Alkohol meiden auch in Lebensmittel
In den generellen Empfehlungen wird von Alkohol auch nur in geringem Maße abgeraten, weil in Deutschland 1,5 % der Neugeborenen mit einer Fetalen Alkoholembryopathie auf die Welt kommen, wovon 80%ihr Leben lang auf Betreuung angewiesen sind. Diese Kinder sind kreativ benachteiligt bis zur geistigen Behinderung.
Gelegentlicher geringer Alkoholkonsum (1-2-mal wöchentlich ein Glas Wein) stellt kein Stillhindernis da. Alkohol wird relativ schnell in die Muttermilch aufgenommen. Alkoholkonzentrationen im Blut der Mutter und in der Muttermilch sind annähernd gleich. Der voll gestillte Säugling enthält 10% der gewichtsbezogenen Alkoholmenge seiner Mutter. Bei gelegentlichem Alkoholkonsum ist eine Stillpause von zwei Stunden einzulegen. Bei zwei Drinks täglich sind bereits psychomotorische Entwicklungsstörungen möglich. Gestillte Kinder trinken weniger Milch, wenn sie Alkohol enthält. Geruch und Geschmack der Milch ändert sich. Größere Mengen hemmen das Oxytocin, ein für den Milchspendereflex notwendiges Hormon und die sauginduzierte Prolaktin-Ausschüttung, ein Hormon das für die Milchbildung verantwortlich ist.

Eltern als Ernährungsvorbild
Achtung, auch in Lebensmittel,  in Kinder-Süssigkeiten, wie Milka Tender ist Alkohol enthalten. Hinter der Bezeichnung Rosenwasser, verbirgt sich ebenso Alkohol. Ist Alkohol nur ein technischer Hilfsstoff, braucht er nicht gekennzeichnet werden. Ist Alkohol als Zutat angegeben, darf er beinahe unbeschränkt beigemengt werden. Bei Croissants, Biskuitkuchen und ähnlichen Produkten wurde ein Alkoholgehalt zwischen sechs und acht Gramm pro Kilo gemessen.

Ein Glas Sekt zur Geburt
Alkohol kann zu Beginn der Stillzeit das Hormon Prolaktin erhöhen. Dieses Hormon ist für die Milchbildung verantwortlich. Dies gilt jedoch nur für die erste Stillzeit. Nach einigen Wochen ist Stillen nicht mehr prolaktinabhängig. Zu beachten ist, dass Alkohol das Hormon Oxytocin abfallen lässt. Dieses Hormon ist für den Milchspendereflex verantwortlich.
Studie: Julie A Menella.

Welche Menge darf nun getrunken werden?
Generell ist von jeglichem Alkoholkonsum abzuraten.
Kein Effekt auf den Säugling ist bei einer Alkoholaufnahme von 0,5g Alkohol/kg Körpergewicht zu erwarten. Als Beispiel kann hier genannt werden.  1 Liter Bier hat 35-43 g Alkohol; 1 Liter Wein 75g – 100g Alkohol.  d.h. bei einer Frau mit 50 kg Körpergewicht darf man 25g Alkohol zu sich nehmen. Das sind ein Viertel Liter Wein oder ein ½ l Bier.

Bemerkbarer Einfluss bei 1,- 1,5 g Alkohol /kg Körpergewicht.
Starker Einfluss: 1,5 – 2,0 g/kg Körpergewicht.

KOFFEIN
Aufgrund der Unreife der Leber des Säuglings ist die Eliminationshalbwertszeit von Koffein beim Säugling stark verlängert. Die Ausscheidung von Koffein dauert bis zu 80 Stunden beim Säugling, im Vergleich zum Erwachsenen 3,5 Stunden. Koffein Einnahmen bis zu einer Menge von 300mg werden meist gut toleriert. Koffein geht sehr rasch in die Muttermilch über. Bei großer Koffein Aufnahme kann es zu Übererregbarkeit kommen. Erlaubt sind circa 2 –3 Tassen Kaffee/Tag bzw. Koffein Getränke in Maßen, Schwarztee bis 5 Tassen.
• 1 Tasse Kaffee enthält beispielsweise 60-100mg.
• Red Bull enthält 32mg pro 100 ml. Bei 250 ml Redbull-Dose sind das dann 80 mg.
• 1 Energy-Shot 160 mg / 100 ml.
• 1 Tasse Schwarztee 20-50 mg.
• 1 Cola (3 dl) 40 mg.
• 1 koffeinhaltige Schmerztablette 30-100mg.

NIKOTIN
Rauchen beeinflusst die Herzvariabilität des Kindes. Studien zeigen einen erhöhten Blutdruck und ein erhöhtes Risiko für Adipositas. „Rauchen macht dicke Kinder“, lautet der Slogan. Generell gilt so wenig wie möglich, maximal 10 Zigaretten, zu rauchen. Jedoch sollte nie beim Kind und nicht in der Wohnung geraucht werden. Rauchen kann das Risiko für Bronchitis und SIDS (plötzlicher Kindestod) erhöhen. Nach dem Stillen Rauchen. Nikotin und Nikotinmetabolite werden in der Muttermilch angereichert. Sie sind demnach höher als im Plasma der Mutter. Derzeit wird rauchenden Müttern empfohlen ihre Kinder zu stillen. Kinder von rauchenden Eltern sind immer betroffen, gestillt und nichtgestillt. Nikotin hat meistens eine Reduktion der Milchmenge zur Folge, da Nikotin die Prolaktin- und Oxytocinbildung hemmt. Weiters ist der Fettgehalt der Muttermilch niedriger. Kinder sollen nicht im Elternbett rauchender Eltern schlafen.

SUCHTMITTEL
Eine Substitution ist erlaubt. Außer extreme Dosen, z.B Methadon bis 120mg/Tag. Bei regelmäßigem Drogenkonsum muss Abgestillt werden!

MEDIKAMENTE Ammenmärchen. Stillende Mütter dürfen keine Medikamente einnehmen.
Jede Erkrankung, die eine erwachsene Frau betreffen kann, ist auch in der Stillzeit möglich. Daher müssen die Risiken und Vorteile des Stillens und der Medikamente sorgfältig überlegt werden. Unnötiges Abstillen ist ebenso zu vermeiden, wie eine Gefährdung für das Baby.

Das Symptom Fieber, ist per se unproblematisch. Die spezifischen Antikörper gegen die aktuelle Erkrankung werden über die Muttermilch weitergegeben und bieten somit einen Schutz für das Neugeborene. Bei viralen Erkrankungen gibt es keine spezifische Therapie. Bei bakteriellen Erkrankungen ist eine stillverträgliche Antibiotikatherapie möglich. Eine echte Kontraindikation zum Stillen ist AIDS. Operationen sind so wenig wie möglich, soviel wie nötig durchzuführen. Stillen ist nach einer Operation möglich, sobald die Mutter wieder wach ist und ihr Kind halten kann. Zahnarztbesuche inklusiver „Spritze“ sind möglich. Auch Röntgen sind unproblematisch. Kontrastmittel dürfen keine verab
reicht werden, da sie Jodhaltig sind. Hier ist eine Stillpause von 24-48h Pause notwendig. MRI: unproblematisch CT: unproblematisch. Isotopen: Nein, große Strahlenbelastung!!!

Die meisten Substanzen, die die Mutter aufnimmt, erscheinen in der Milch. Welche Konzentration sie erreichen und welche Auswirkungen sie auf das Kind haben, ist von zahrleichen Faktoren abhängig. Fast immer werden die Auswirkungen für den Säugling jedoch heftig überschätzt!

Wirkung des Medikamentes kann die Milchmenge beeinflussen.  Die Zusammensetzung des Medikaments kann den Geschmack der Muttermilch beeinflussen und einen Stillstreik beim Kind zur Folge haben.
Medikamente wie Antibiotika sind fast alle erlaubt. Bei Schmerzmedikamenten ist Paracetamol die erste Wahl. Vor allem Einzeldosen sind fast immer erlaubt. Dauertherapien sind anzupassen. Da die Niere des Kindes Medikamente  nicht so schnell wie Erwachsene abbauen kann, kann es unter Umständen zu einer unerwünschen Anreicherung kommen.

Hormontherapien sind zum Erreichen normaler Spiegel dringend erforderlich, wie z.B. Insulin, Schilddrüse. Impfungen erlaubt. Cortison: bis 80mg Prednisoloäquivalent/Tag bzw. Einmalige Gabe problemlos!

Grundsätzlich gilt, so wenige Medikamente wie möglich einnehmen, hier vor allem bewährte Medikamente bevorzugen, Stillen vor Medikamenten-Einnahme. Dauertherapien anpassen.

Medikamente, die streng kontraindiziert sind (z.B. Isotopen, Zytostatika). Medikamente mit besonderer Vorsicht, insbes. Dauertherapien (z.B Epilepsie, psych. Erkrankungen…)Information des Embryotoxikologischen Institutes in Berlin Schäfer/Spielmann, Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit 7. Auflage, Elsevier http://emryotox.de

Literatur: Dr. Beate Pietschnig – Vortrag Babytag, Oktober 2011; Schaefer, Christof u. Spielmann, Horst: Arzneimittelverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit. 8. Auflage München

Anhang: Interessanter Artikel aus dem Standard zum Thema. http://derstandard.at/1322531752323/Embryonaltoxikologie-Medikamente-in-der-Schwangerschaft?utm_medium=twitter&utm_source=twitterfeed

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Still-Bedürfnisse Nicht-Gestillter Kinder

Gestillte Babys haben bei der Nahrungsaufnahme immer engen Hautkontakt. Sie kennen die Stimme, den Herzschlag und den Geruch der Mutter. Mit diesem vertrauten Eindruck fühlen sie sich geborgen und sicher. Ein tägliches Kuscheln vorzugsweise auf dem nackten Oberkörper geben Nicht-Gestillten das Gefühl von Nähe und Geborgenheit. Dies kann möglicherweise bei der Nahrungsaufnahme oder abends als Ritual beim Einschlafen erfolgen. Hautkontakt stabilisiert das Baby und es gedeiht besser.
Für die Mahlzeit ist es empfehlenswert, wenn möglichst wenige Bezugspersonen (1 oder 2 Personen) die Flasche verabreichen.
Ein Halten des Babys, sodass ein Augenkontakt aufgenommen werden kann und ein liebesvolles Zureden beim Füttern, löst die Produktion des Liebeshormons Oxytocin aus.
Beim Stillen werden Babys normalerweise abwechselnd auf dem rechten und dann auf dem linken Arm gehalten. Dieser Seitenwechsel fördert die Hand-Augen Koordination des Kindes.
Beim Schluckakt in flacher Rückenlage wird ein Rückfließen der Nahrung ins Mittelohr begünstigt. Um Mittelohrentzündungen zu vermeiden, verabreichen sie ihrem Baby die Flasche in aufrechter Position. Vermeiden Sie ein Dauernuckeln, vorwiegend bei größeren Kindern, es schädigt die Zähne. Bei größeren Kindern lässt sich ein Dauernuckeln durch die Gabe eines Bechers statt einem Sauger oft verhindern.
Die Brust der Mutter dient nicht nur zur Ernährung, sondern ist oft Trostspender (non-nutritives Saugen). Diese Funktion nimmt heutzutage oft der Schnuller war. Idealerweise wird der Schnuller wie ein Medikament dosiert. Säuglinge heißen so, weil sie saugen müssen. Saugen dient der Beruhigung, stabilisiert die Atemwege und fördert die Verdauung. Lassen Sie Ihr Baby zusätzlich am Finger oder Beruhigungssauger saugen. Nehmen Sie es dabei in den Arm.
Tragen stillt das Bedürfnis nach Nähe, Sicherheit und Berührung und fördert eine optimale Gehirnentwicklung.
Auch Nicht-Gestillte Kinder haben nächtliche Bedürfnisse. Auch sie sollen die nächtliche Nähe zu den Eltern genießen.
Väter können bei der Flaschennahrung eine aktive Rolle wahrnehmen.
Füttern Sie Pre-Nahrung nach Bedarf Ihres Kindes. Einen festen Rhythmus entwickeln Kinder erst nach einigen Wochen oder Monaten. Ein Baby braucht immer gleich Nahrung, wenn es Hunger hat. Schon bevor das Baby anfängt zu weinen, gibt es Ihnen Zeichen, dass es unzufrieden ist. Wenn es Hunger hat, fängt es an, die Lippen zu bewegen und die Fäustchen zu ballen, manchmal noch bei geschlossenen Augen. Es macht kleine maunzende Laute. Erst wenn das keinen Erfolg hat, wird es anfangen laut zu schreien. Achten Sie auf einen kleinen Sauger. Eine Mahlzeit dauert in den ersten Wochen ca. 20 Minuten.
Berühren Sie zu Beginn der Mahlzeit die Lippen des Babys mit dem Sauger oder Finger und warten Sie, bis das Baby den Sauger selbst einsaugt. Schieben Sie den Sauger nicht gegen den Willen Ihres Kindes in seinen Mund!!!
Für Mütter, die die Bedürfnisse ihrer Nicht-Gestillten-Kinder, an der Brust stillen möchten, eignet sich die Anwendung eines Brusternährungssets. Mit diesem können Kinder trotz Säuglingsmilchnahrung direkt an der Brust ernährt werden.

Literatur:
D. Teufel, A. Hemmelmayr, Emotionale Qualität in der Begleitung bei nicht gestillten Kindern. Beratung, wenn nicht gestillt werden kann; VSLÖ News, 15. Jg. Sept. 2011
© WHO/UNICEF-Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus“, Jan-Wellem-Str. 6, 51429 Bergisch Gladbach, Tel.: 02204 4045-90 Fax: 02204 4045-92, E-Mail: info@babyfreundlich.org Internet: www.babyfreundlich.org

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Zwillingsmütter leben länger!

Zwillingsmütter leben länger – so beschreibt die Universität in Utah (USA) ein spektakuläres erscheinendes Ergebnis. Demnach hatten Frauen, die mindestens einmal Zwillinge geboren hatten, eine höhere Lebenserwartung und waren insgesamt fruchtbarer als Frauen, die ihre Kinder einzeln bekamen. Wobei aus dem Ergebnis nicht automatisch abzuleiten ist, dass Zwillinge gut für die Gesundheit seien oder gar die Lebenserwartung erhöhten – vielmehr schienen vor allem solche Frauen Zwillinge zu empfangen, die ohnehin eine sehr robuste Gesundheit besaßen und daher auch problemlos mit der stärkeren körperlichen Belastung bei Mehrlingsschwangerschaften fertig wurden. Bis jetzt hatten Forscher nämlich vermutet, dass eben diese Zusatzbelastung Fruchtbarkeit und Gesundheit von Zwillingsmüttern beeinträchtigt.

Betrachtet man das Ergebnis rein aus Sicht der Evolution, scheine ein Mehrfach-Eisprung und die folgende Empfängnis und Geburt von Zwillingen eine Fortpflanzungsstrategie zu sein, die unter sehr günstigen Bedingungen vorkommen könne – in diesem Fall bei überdurchschnittlicher Gesundheit der Mutter. Etwas Ähnliches hat eine finnische Studie entdeckt. Zwillinge gingen in der Vergangenheit immer dann auch insgesamt mit einer höheren Fruchtbarkeit der Mutter einher, wenn die Zeiten gut waren und ausreichend Nahrung zur Verfügung stand. Gab es dagegen eine Hungersnot, hatten Zwillingsmütter meist eher weniger Kinder als der Durchschnitt.

Frauen mit Zwillingen seien häufiger größer und übertreffen ihre Geschlechtsgenossinnen bei körperlicher Leistungsfähigkeit.

Literatur: Shannen Robson, Ken Smith (University of Utah, Salt Lake City): Proceedings of the Royal Society B; Laktation und Stillen, 2-2011, 24. Jahrgang, S. 74.

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Für Eltern die das Besondere mögen und denen die Natur wichtig ist

 
Erst kürzlich zeigten die Ergebnisse einer von der AK (Arbeiterkammer) gemeinsam mit dem Umweltbundesamt in Auftrag gegebenen Untersuchung, dass sich Konsumenten nicht einfach so darauf verlassen können, dass Produkte frei von Schadstoffen sind. In einigen Badeschuhen bzw. Flipflops wurden krebserzeugende PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) oder Weichmacher gefunden. Gerade bei Badeschuhen müsse man berücksichtigen, dass sie von allen Bevölkerungsgruppen – insbesondere Kleinkindern, Schwangeren und Stillenden – getragen werden.

Immmer mehr Konsumenten bevorzugen daher biologische, schadstofffreie Produkte mit geringen Transportwege aus faier Produktion (ohne Kinderarbeit). Den Betreibern des Babyshops, selbst Zwillingseltern, ist Nachhaltigkeit sehr wichtig. Die Produkte, die sie anbieten, sind von ihnen selbst in Verwendung und wurden ausgiebig getestet. So findet man hier die Manduca Babytrage, den Kautschuk Schnuller, wunderschöne Krabbelschuhe aus Leder in Größen bis in den Kindergarten sowie Bio Baumwolle Bekleidung und ausgesuchtes Babyspielzeug.

Literatur:
Naturbabyshop.at www.naturbabyshop.at, Firma Daniel Winter, Tulpengasse 8, A-2230 Gänserndorf
Kurier: Nicht genügend für Badeschuhe, http://kurier.at/nachrichten/gesundheit/3923852.php

 

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Stillen & Babynahrung auf Reisen

Gestillte Kinder sind unkomplizierte Reisebegleiter.

Muttermilch  ist immer dabei, erspart den Eltern unnötiges Mitschleppen von Flaschen, Milchpulver, Wasser, Flaschenwärmer, Destillator, etc. Man braucht sich um sauberes Wasser keine Sorgen zu machen. Die in der Muttermilch enthaltenen Immunstoffe schützen das Kind zusätzlich vor Erkrankungen.

Auch bei tropischen Temperaturen benötigt das ausschließlich gestillte Baby keine zusätzliche Flüssigkeit; im Gegenteil, diese könnte das Risiko für Infektionskrankheiten erhöhen. Die Muttermilch passt sich in ihrer Zusammensetzung an die Bedürfnisse des Babies an. (Die Muttermilch hat einen hohen Wassergehalt nämlich 88%). Möglicherweise möchte das Kind seinen Durst öfters stillen, häufiger angelegt werden.

Gepäck: Wird das Baby nicht ausschließlich gestillt, ist es sinnvoll, eine gewisse Menge der gewohnten Nahrung  mitzunehmen. Sollte es nicht möglich sein die gewohnte Nahrung (Formularnahrung) mitzunehmen, sollte bedacht werden, dass die Herstellungsrichtlinien für die Formularnahrung nicht in allen Ländern gleich sind. Beispielsweise findet man in manchen Ländern Saccharose in der 1er Nahrung, wo die Fructose möglicherweise zu Verdauungsbeschwerden führen kann. Die Inhaltsstoffe von Pre-Nahrung sind in etwa in den europäischen Ländern gleich. Windeln gibt es fast überall zu kaufen. Bezüglich Wasser ist zu überlegen ob das Leitungswasser im Reiseland verwendet und vorort abgekocht werden kann, ob mineralstoffarmes Mineralwasser, das sich zur Zubereitung der Babynahrung eignet oder Baby-Mineralwasser vor Ort gekauft werden kann. Geöffnete Mineralwässer sollten stets gekühlt aufbewahrt werden. Sollte die Flasche länger als zwei Tage verwendet werden, das Wasser bitte abkochen. Spätestens nach einer Woche ist die Flasche zu entsorgen. Die gewohnten „Pampers“ sind in der Regel erhältlich, können jedoch mitunter mehr als doppelt so teuer sein. Preisgünstige landesspezifische Alternativen sind meist erhältlich.

Stillen in der Öffentlichkeit: Nicht in allen Ländern wird das Stillen in der Öffentlichkeit gerne gesehen. In den USA gibt es beispielsweise ein Gesetz, das Stillen in der Öffentlichkeit erlaubt, jedoch gibt es gerade dort immer wieder Probleme. Siehe auch folgenden Blog-Eintrag .

Reiseapotheke: Der Inhalt sollte am besten mit dem Arzt besprochen werden. Im Falle von Durchfallerkrankungen sollte weitergestillt werden. Hier ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten und besser zu früh als zu spät den Arzt aufzusuchen. Unter Umständen kann die Gabe einer Elektrolytlösung sinnvoll sein. Die beste Reyhdrationslösung  ist in der Regel Muttermilch.

Flugzeug: Beim Starten und Landen sollte das Baby gestillt bzw. ihm Flüssigkeit verabreicht werden, da die Druckveränderungen zu Ohrenschmerzen führen kann. Durch das Schlucken kommt es zu einem Druckausgleich, der die Schmerzen verhindert. Für die Mitnahme von Flüssigkeiten (abgepumpte Muttermilch, abgekochtes Wasser, etc.) in das Flugzeug gibt es unterschiedliche Regelungen. Diese am besten bei der Fluggesellschaft erfragen. Die  Gepäcksbeleuchtung hat übrigens keinen Einfluss auf die Qualität der Muttermilch.

Ab in den Urlaub!

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Die eine hat es – die andere braucht es: Kostbare Muttermilch



Neue Studien die die Vorteile der Muttermilch hinsichtlich Intelligenz, Übergewicht, etc. belegen, setzen Mütter, die nicht stillen zunehmend unter Druck. Gleichzeitig produzieren die meisten Frauen weit mehr Milch als ihr Kind gerade benötigt.

In Wien gibt es seit mehr als 100 Jahren eine Milchbank. Die Frauenmilchsammelstelle (FMS) an der Semmelweissklinik ist derzeit die einzige Milchbank. 1180 Wien, Bastiengasse 36-38, Telefon: (+43 1) 476 15 – 300 Ansprechpartner: Frau Sr. Reis Dagmar. Die Frauenmilchsammelstelle ist eine Dienstleistungsinstitution zum Zweck der Sammlung, der Überprüfung, Verarbeitung und Verteilung von Spenderinnenmilch stillender Frauen, um die speziellen Bedürfnisse kranker, früh- und neugeborener Kinder zu erfüllen.

Sind Sie eine gesunde Mutter und haben mehr Milch als Ihr Kind benötigt? Jeder Tropfen Muttermilch ist kostbar. Wenn sie für kranke oder frühgeborene Kinder Muttermilch spenden wollen, so können Sie Ihre abgepumpte Muttermilch von der Frauenmilchsammelstelle im Raum Wien abholen lassen und werden dafür mit ca. € 2,- entschädigt. Sterile Flaschen sowie Informationsmaterial über die Hygienerichtlinien werden Ihnen zur Verfügung gestellt. Die Auswahl der Spenderinnen bzw. die Anforderungen an diese entsprechen in etwa jenen an Blutspenderinnen. Ausschlusskriterien für Spenderinnen sind Raucherinnen, chronische Erkrankungen, etc.. Die Muttermilch wird derzeit hauptsächlich für frühgeborene Kinder, kranke Säuglinge, Eiweißallergie (Kuhmilchallergie), Lebensmittelallergie, Kinder mit geschwächtem Immunsystem, Mehrlingsgeburten, Diabetes, Spitalsaufenthalt, Erkrankung und Medikamenteneinnahme der Kindesmutter benötigt.

Sind Sie schwanger und wissend aus diversen Gründen nicht stillen zu können? Sind Sie Mutter eines Neugeborenen und können nicht stillen? Zahlreiche medizinische Untersuchungen belegen eindeutig den Vorteil von Mutter-/Frauenmilch zur Ernährung von Säuglingen in den ersten Lebensmonaten gegenüber allen anderen Ernährungsformen. Mutter-/Frauenmilch ist für alle Säuglinge, inklusive Frühgeborene die optimale Ernährung – das ist gesicherter medizinischer Standard. Die Ernährungskommission sieht gerade die Versorgung von Frühgeborenen mit Mutter-/Frauenmilch auf Grund ihrer immunologischen Unreife als besonders wichtig an.

Die gespendete Muttermilch wird mikrobiologisch untersucht, kontrolliert und pasteurisiert. Die Milchspende wird nach genau vorgegebenen Hygiene Richtlinien untersucht und dann weiterverarbeitet. Von jeder angelieferten Milch wird eine Probe genommen und aufbewahrt. Anschließend wird die gespendete Milch mehrerer Mütter gepoolt. Unter gepoolter Milch versteht man Milch, die von mehr als einer Spenderin stammt und zusammengemischt worden ist. Die pasteurisierte Frauenmilch kann zum Preis von  € 7,28 pro Liter bezogen werden. Die Milch wird innerhalb von Wien zugestellt. Die pasteurisierte Milch ist 4-6 Wochen haltbar. Geöffnete Milch ist innerhalb von 24h zu verbrauchen.

An dieser Stelle möchte ich noch darauf hinweisen, Muttermilch nur über eine autorisierte Milchbank zu beziehen. Durch einen Privatverkauf bezogene Muttermilch hat keine Sicherheitsgarantie. Weder die Spenderin noch die Muttermilch sind in der Regel ausreichend untersucht worden. Durch einen unachtsamen Austausch können mitunter Krankheiten (HIV, etc.) übertragen werden!

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Essen nach Bedarf hilft Übergewicht zu vermeiden

Mütter stellen die Nahrung bereit (Fläschchen oder Stillen). Die Kinder entscheiden wann genug ist!
Eine soeben in Istanbul vorgestellte australische Studie zeigt, dass Mütter die ihren Kindern nach Bedarf Nahrung verabreichen, diese nicht verwöhnen sondern ihrem Kind helfen können im späteren Leben nicht übergewichtig zu werden.

Nahrungsaufnahme nach Verlangen kann den Kindern helfen ihren Hunger und ihr Gewicht unter Kontrolle zu halten. Im Gegensatz dazu raten uns unsere Großmütter meistens, Neugeborene nur alle 4 Stunden zu füttern, um den Kindern eine Routine beizubringen und sie nicht zu verwöhnen.

Die Studie wurde an 300 Babys durchgeführt. Nach Bedarf gefütterte Kinder waren im Alter von 14 Monaten leichter. Die ist wichtig, denn mollige Kinder haben ein größeres Risiko im späteren Leben übergewichtig zu sein. Was sie wiederum empfänglicher für Herz-, Kreislauferkrankungen, Diabetes und verschiedene Krebserkrankungen macht.

Experten sind der Meinung, dass es Babys angeboren ist, genau zu wissen, wann sie satt sind. Eine Verabreichung von Mahlzeiten zu bestimmten Zeiten, nämlich auch dann wenn sie möglicherweise gar nicht hungrig sind, könnte diese Sinnesempfindung stören und zu einer verstärkten Gewichtszunahme führen, vor allem wenn Kinder dazu angehalten werden die Flasche fertig zu trinken. Erst im Kleinkindalter (1-3 Jahre) sollten Kinder an eine Routine gewöhnt werden. Dennoch sollten sie nicht gezwungen werden mehr zu essen als sie möchten, auch wenn der Teller noch halb voll ist.

Experten empfehlen Müttern auf die Signale ihrer Kinder zu hören und ihren Kindern zu vertrauen. Hungerzeichen bei Säuglingen sind Lecken an den Lippen, Saugbewegung, Hand am Mund, etc.

Literatur: Lynne Daniels – Obesity Kongress Istanbul

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Pump it Up! – Trend zu ausschließlich abgepumpter Muttermilch

Pumpen & Arbeiten

Handless Pumping Bra - Medela

Mütter sagen bevorzugt „Ja“ zu Muttermilch – „Nein“ zum Stillen

Immer mehr Mütter möchten ihre Kinder mit Muttermilch ernähren, entscheiden sich jedoch gegen das Stillen. Sie pumpen und verabreichen ihren Kindern ausschließlich abgepumpte Muttermilch.

Als Gründe nennen Mütter, dass sie sich beim Stillen in der Öffentlichkeit unwohl fühlen. Die Kontrolle über die täglich verabreichte Muttermilch gibt Müttern Sicherheit und Ruhe. Schmerzen beim Stillen, Saugschwäche des Kindes, sind weitere Gründe für das Abpumpen. Auch Zeit spielt eine wichtige Rolle. Die Milch kann von beiden Brüsten gleichzeitig abgepumpt werden, während beim Stillen nur von einer Brust getrunken werden kann. Die Flasche kann dann von anderen Personen, verabreicht werden.

Pumpen und Muttermilch ist für viele Mütter eine Win-Win Position – es gibt den Müttern mehr Freiheit, wissend dass die Kinder all die wichtigen Nährstoffe der Muttermilch bekommen. Gleichzeitig reduzieren „pumpende“ Mütter ihr Risiko an Brustkrebs zu erkranken.

Die Ärzte warnen jedoch vor dem „ausschließlich Pumpen“, da die abgepumpte Muttermilch nicht ausreichen könne. Durch die Bruststimulation einer Pumpe wird möglicherweise nicht ausreichend Oxytocin, ein für den Milchspendereflex verantwortliches Hormon produziert. Entgegen dieser Warnungen gaben Mütter an, ihren Babys über die ersten 6 Monate ausschließlich abgepumpte Muttermilch verabreicht zu haben. Einige benötigten nicht einmal Säuglingsanfangsnahrung. Sie haben Muttermilch für das erste Lebensjahr abgepumpt und gelagert. Eine genaue Aufstellung wie viele Mütter ausschließlich gepumpte Muttermilch verabreicht haben gibt es nicht. Der Trend ist steigend. Dies zeigen die Verkaufszahlen der Muttermilchpumpen.

Müttern, die nicht stillen möchten oder nicht stillen können, wird derzeit von Ärzten und Hebammen nur die Säuglingsanfangsnahrung mittels Flasche genannt. Die Möglichkeit abgepumpte Muttermilch zu verabreichen wird derzeit kaum als Alternative erkannt. Muttermilch abzupumpen sollte zukünfigt immer empfohlen werden, wenn nicht gestillt werden möchte. Die Technologie unterstützt diesen Trend. Milchpumpenhersteller, bieten elektrische Milchpumpen an, die gleichzeitig an beiden Brüsten Milch abpumpen können und dabei den Saugrhythmus der Babys imitieren. Die Pumpen sind mittlerweile derart klein, dass sie in Handtaschen verstaut und problemlos für unterwegs verwendet werden können. In Österreich gibt es die Möglichkeit Pumpen zu mieten und die Kosten mit der Krankenkasse zu verrechnen. Es gibt sogar schon einen speziellen BH (Medela oder Easy Expression) der die Brusthaube derart befestigt, dass Mütter während dem Pumpen beide Hände frei haben, um beispielsweise Emails zu lesen, oder ihr Baby zu halten. (Diese BH’s können unter info@koerpergarten.at bestellt werden). Und für alle aus deren Alltag Web 2.0 und iPhone nicht mehr wegzudenken sind. – Mit dem iPhone Nursing Tracker können Mütter die Stillzeit stoppen, Aufzeichnungen führen, wann wie lange und vor allem welche Brust entleert wurde. Ebenso wann, die Windel mit welcher Füllung entsorgt wurde. d.h. ob dann auch das lästige riechen an einer vollen Windel entfällt?

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Stillen und Arbeit ARBEITET – Miranda Kerr Topmodel

Model Miranda KerrIn einer Pause zwischen den Modenschauen gibt Model Miranda Kerr ihrem drei Monate alten Sohn Flynn die Brust. Model Miranda Kerr kombiniert Kind und Beruf, zeigt wie Stillen in der Arbeit ARBEITET und sieht dabei auch noch bezaubernd aus! Das Foto zeigt Miranda Kerr “Victorias Secret”-Model, auf dem sie Söhnchen Flynn während der Pause eines Fotoshootings stillt. “Ein weiterer Tag im Büro”, kommentiert Miranda Kerr das Bild, das sie auf Twitter veröffentlichte.

Schon auf dem ersten Foto ihres Sohnes nach der Geburt liegt Baby Flynn an Mirandas Brust und trinkt. Fotografiert hat das Bild Papa – Schauspieler – Orlando Bloom. “Wir wollen beide, dass Flynn gestillt wird, wir lieben es. Stillen ist für Miranda das natürlichste auf der Welt, und das will sie der Welt auch zeigen. Sie möchte ihren Sohn stillen, solange sie kann. Nur gut für Flynn, so kann der Kleine noch viel stille Momente mit seiner Mama bei all den Vorteilen der Muttermilch genießen.

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Bonding bei Kaiserschnitt

 

Bonding von Mutter und Kind direkt nach dem Kaiserschnitt wird bereits in einigen Kliniken (Hollabrunn) praktiziert. Die derzeitige Kaiserschnittrate liegt bei den meisten Kliniken über 30%.

Wie sieht ein Bonding bei Sectio aus:

Zur Sicherung kann ein Bauchgurt, den viele Mütter bereits in der Schwangerschaft als Bauchstütze tragen, über die Brust geschoben werden um dann das Baby hineinzulegen. Ein Gurt über der Brust verleiht der Mutter gleichzeitig das Gefühl nicht ganz so nackt zu sein. Sobald das Baby abgenabelt ist, es der Mutter gezeigt wurde, wird es  von einem Arzt angeschaut. Es werden  die vitalen Zeichen des Babys geprüft. Dann wird es quer über den Oberkörper der Mutter, in den Bauchgurt gelegt. Das Baby bleibt dort im Hautkontakt, natürlich warm zugedeckt, während dem Rest der Operation. D.h. während die Mutter genäht, vom OP-Tisch gehoben, sowie im Aufwachraum, bis sie auf ihr Zimmer gebracht wird. Der Vater oder die Hebamme beaufsichtigen die ganze Zeit das Kind. Manchen Babys gelingt es sogar in dieser Position die Brust zu finden und zu saugen.

Eine Trennung von Mutter und Kind  sollte nur bei dringender Notwendigkeit erfolgen. Messen und Wiegen kann, wie nach einer vaginalen Geburt, ebenso erst nach dem ersten Stillen erfolgen.

“Leider wird Bonding immer wieder von Ärzten als Gefühlsduselei abgetan. Körperkontakt, speziell zu Kindern hat in unserer Gesellschaft keinen hohen Stellenwert.”,  sagt Prim. Anzböck (Klinikum Hollabrunn) in einem Gespräch mit Eva Böhm.

Bonding nach der Geburt ist eine kurze und entscheidende Phase, deren Verlauf und Gestaltung nicht nur kurzfristige Auswirkungen (z. B. Stillbeginn und -verlauf) sondern weitreichende Auswirkungen (Depressionen, Gewaltbereitschaft im Erwachsenenalter, Autismus) auf das spätere Leben haben.

Die norwegische Gynäkologin Gro Nylander hat mit dem Bonding im OP seit über 10 Jahren beste Erfahrungen und erlebte sogar gelegentlich, wie sich ein weicher, stark blutender Uterus überraschend kontrahierte, als das Baby an der Brust zu saugen begann, während sie noch operierte, was zuvor mit der routinemäßigen Oxytocingabe (Hormon das für den Milchspendereflex zuständig ist)  nicht gelang.

Literatur: Breast ist Best Video von Gro Nylander; Bonding nach Sectio – IBCLC intern, März 2011

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Stillen im Guinness Buch der Rekorde

Der Stillrekord wird derzeite von den Phillipininnen gehalten.

Auf den Phillipinen stillten am 2.Mai 2007 gleichzeitig 15.128 Mütter an 295 Orten. Das Event wurde von Children for Breastfeeding Inc. organisiert.

http://www.guinnessworldrecords.com/Search/Details/Most-women-breast-feeding-%28multiple-venue%29/64370.htm

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Die Inkompetenz Stillender

Stillen immer und überall

© Bogensperger – Stillen im Winter

Eine soeben erschienene Studie hat herausgefunden, dass Stillende Mütter als weniger kompetent gesehen werden vergleichsweise zu anderen Frauen. Dieses Vorurteil ist nicht geschlechtsspezifisch, sondern gilt für Männern und Frauen gleichermaßen.  Nicht nur, dass sich viele Menschen in der Nähe von Stillenden unwohl finden oder es besser fänden sie würden im Verborgen statt in der Öffentlichkeit stillen, die Ergebnisse der Studie gehen noch einen Schritt weiter. Stillende werden schlichtweg weniger kompetent gesehen. Möglicherweise einer der Gründe für die doch geringen Stillraten.

Die Studie untersuchte die Hypothese, dass Stillende Opfer von Vorurteilen sind. Die Ergebnisse zeigten, dass Stillende deutlich schlechter in der Gesamtkompetenz bewertet wurden, vor allem in Mathematik. Stillen ist ein Handicap für Frauen, die einen Job suchen. Studienteilnehmer gaben an am wenigsten Frauen einzustellen, die stillen. Wobei hier der Schwerpunkt auf dem Stillen lag. Erziehungsarbeit an sich wurde bei der Jobaufnahme nicht nachteilig bewertet.

In Österreich  beginnen derzeit rund 90% der Mütter mit dem Stillen, nach 3 Monaten stillen noch 72%, nach 6 Monaten 55%. Die Stilldauer ist in Österreich umso länger je besser die Ausbildung ist. Vergleichsweise stillen nach 6 Monate in den skandinavischen Ländern noch 80 %, wobei hinzuzufügen ist, dass hier auch die Geburtenrate deutlich höher ist als in Österreich. In den USA stillen nach 3 Monaten 33% und nach 6 Monaten 43%.

Es wird noch viele aufgeschlossene Stillende brauchen, um diese Vorurteile aus dem Weg zu räumen. (Wenn die Stillrate in den USA auf 80% erhöht werden könnte, würde sich eine jährliche Kostenersparnis von 10,5 Milliarden Dollar ergeben und es könnten 741 Todesfälle vermieden werden!)

Literatur: Smith JL, Hawkinson K., Paul K.; Spoiled Milk: An Experimental Examination of Bias Against Mothers Who Breastfeed; Pers Soc Psychol Bull.; March 2011

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“Baby Gaga”- Eiscreme aus Muttermilch.

Der Gedanke das Eiscreme aus Muttermilch hergestellt ist mag  schräg sein.

 Ein Restaurant in London’s Convent Garden hat eine neue Sorte in sein Programm aufgenommen. Das Dessert nennt sich “Baby Gaga” und wird aus Muttermilch zubereitet. Die Spendermilch wird in der Firma abgepumpt und pasteurisiert bevor sie mit Vanillefruchtfleisch und Zitronenschalen verfeinert wird. Die Gesundheitskontrollen für Mütter die Muttermilch spenden entsprechen den Standards für Blutspenderinnen, die von Spitälern verwendet werden.

Der Firmengründer ist davon überzeugt, dass das neue Rezept ein Erfolg wird, denn „Muttermilch ist das beste für Babies, daher ist sie auch für uns gut genug.“. Sollten die Mütter erst von dem Geschmack der Muttermilch überzeugt sein, ermutigt dies viele Mütter mit dem Stillen zu beginnen.

Literatur: Breast milk ice cream goes on sale in Convert Garden; BBC News London; 24. Februar 2011, 18:40 GMT

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Milupa Rückrufaktion Österreich

In einem Milupa-Produkt in einem anderen EU-Land (Ungarn) wurden zwei Einzelfällen erhöhte Werte von Vitaminen und Mineralstoffen festgestellt. In Österreich ergaben umgehend durchgeführte Untersuchungen möglicherweise betroffener Produkte keine Abweichung von den Normalwerten. Darüber hinaus gab es in Österreich bisher keine Beanstandungen dieser Chargen. (Die wissenschaftliche Analyse bestätigt keinen Zusammenhang zwischen Koliken eines Linzer Babys und einem Milupa Produkt).

Grundsätzlich kann es bei erhöhten Mineralstoffwerten zu vorübergehenden Verdauungsproblemen wie Verstopfung, beim Verzehr über 5 – 7 Tage kann es im Extremfall auch zu Erbrechen oder Durchfall kommen. Bei diesen Symptomen rät Milupa einen Arzt aufzusuchen. Bei einem deutlich erhöhten Gehalt in den Produkten sind allerdings Geschmack und Aussehen so stark verändert, dass davon auszugehen ist, dass das Produkt nicht mehr verabreicht wird. Babys werden diese Produkte höchstwahrscheinlich auch wegen des unangenehmen Geschmacks und Geruchs zurückweisen.

Konsumenten können die angeführten Produkte kostenlos an die auf der Packung angegebenen Adresse retournieren und erhalten Ersatz für die retournierte Ware. 

Milumil Pre:

Mindesthaltbarkeit: 28.11.2011 (Charge: L:1481955 bis L:1482146),
Mindesthaltbarkeit: 13.06.2012 (Charge: L:3470339 bis L:3470539)

Milumil HA 1:

Mindesthaltbarkeit: 09.12.2011 (Charge: L:1600818 bis L:1600944),
Mindesthaltbarkeit: 07.03.2012 (Charge: L:2501118 bis L:2501218),
Mindesthaltbarkeit: 04.04.2012 (Charge: L:2771712 bis L:2771845)

Aptamil HA Pre:

Mindesthaltbarkeit: 16.03.2012 (Charge: L:2590846 bis L:2590946),
Mindesthaltbarkeit: 20.04.2012 (Charge: L:2930415 bis L:2930931)

Alle anderen Chargen und Produkte sind völlig unbedenklich und von dem Rückruf nicht betroffen.

Weitere Informationen:

Für Eltern: – Milupa Elterntelefon 08000 311 756
               – E-mail: elterndienst@milupa.at
Für Ärzte:  – Expertentelefon 0800 80 80 02

Rückfragehinweis:
Pressestelle Milupa GmbH Austria
c/o Martrix Public Relation & Public Affairs
Mag. Ursula Klaus
Tel: 0676 – 4214884
E-Mail: milupa@milupa.at

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Stillreise – Ein guter Start ins Leben (Breast Crawl)

Babies die kurz nach der Geburt auf den Bauch der Mutter gelegt werden, haben die Fähigkeit die Brust der Mutter alleine zu erreichen um ihre erste Stillmahlzeit einzunehmen. 

Anliegen dieses Artikels ist es Schwangere über das Phänomen der Stillreise aufzuklären, damit Mütter und Babys dieses Wunder selbst erfahren können.    

Die Stillreise beginnt unmittelbar nach der Geburt. Je nach Spitalsgewohnheiten, werden die Babys, mit Ausnahme der Hände, gewaschen, getrocknet oder gebadet. Auf den Händen des Babys sollte sich Fruchtwasser befinden. Dies dient dem Baby zur Orientierung, gibt ihm Kraft und Unterstützung die Brust zu finden. Während der Versorgung eines Dammschnittes ist der beste Platz für ein Kind der Bauch der Mutter. Voraussetzung für den Beginn der Stillreise ist, dass das Baby der Mutter auf den nackten Oberkörper gelegt wird. Baby und Mutter sollten zugedeckt sein, sodass sie es während dem Haut Kontakt warm haben. Dies ist die beste Möglichkeit um das Baby optimal zu temperieren, denn die Mutter ist in der Lage das Baby je nach Erfordernis zu kühlen oder zu wärmen. Der erste Hautkontakt wird fortgesetzt bis das Baby seine erste Stillmahlzeit vollendet hat.

Die Nase befindet sich in der Brustmitte und die Augen sind auf der Höhe der Brustwarze.  Die meisten Babys sind nach der Geburt wach und zeigen eine instinktive und optimale Bereitschaft zum ersten Anlegen. Der Haut zu Haut Kontakt reduziert das Infektionsrisiko des Babys, da sich gesunde Keime (Bakterien) der Mutter auf der Haut und im Verdauungstrakt ansiedeln und so das Wachstum pathogener, krankmachender, Keime verhindern. Diese erste Anlegeposition ermöglicht eine frühe instinktive Stimulation und gibt Wärme, Liebe, Sicherheit und Nahrung.  Sie beginnt die Bindung (Bonding) zwischen Mutter und Baby in Gang zu setzen. Der Kopf der Mutter ist entweder durch einen Polster zu stützen oder ein wenig aufzurichten, sodass sie mit ihrem Baby Blickkontakt halten kann.  Die Fußtritte des Babys begünstigen die Kontraktion der Gebärmutter. Dies unterstützt das Ausstoßen der Gebärmutter und reduziert nachgeburtliche Blutungen. Ein Streicheln des Babys stimuliert die neurologische Entwicklung.  

Der Geruchssinn des Babys ist sehr gut entwickelt. Sobald das Baby die nahende Muttermilch riecht, beginnt es zu sabbern. Der Geruch des Sekretes das die Brust der Mutter absondert, stimuliert das Baby in einer Weise, dass das Baby sich von ihm magisch angezogen fühlt. Der Geruch des Brustsekretes ist ähnlich dem Geruch des Fruchtwassers, der dem Baby aus dem Mutterleib vertraut ist. Die Brustmassage durch das Baby ermöglicht, dass sich die Brustwarze verlängert, damit sie das Baby besser fassen kann. Ebenso fördert sie die Oxytocinproduktion. Dieses Hormon ist für den Milchspendereflex zuständig, ebenso begünstigt es die Gebärmutterrückbildung, reduziert nachgeburtliche Blutungen und somit auch Anämien. Der Oxytocinspiegel ist in der ersten Stunde nach der Geburt sehr hoch. Darum sollte die Stillreise in der ersten Stunde nach der Geburt starten. Die Baby Friendly Hospital Initiative (BFHI) / Stillfreundliches Krankenhaus haben das Anlegen innerhalb der ersten Stunde in ihren Leitlinien aufgenommen. Im Falle einer Sectio bieten einige Kliniken ein Bonding noch im Operationssaal an, ansonsten startet die Stillreise sobald die Mutter dazu in der Lage ist.

Die Schulter, Hüft- und Nackenmuskulatur ist ausreichend entwickelt um die Bewegungen zur Brust durchzuführen. Die Babys können die Areola (Warzenvorhof) sehen. Sogar das Gesicht der Mutter ist sichtbar, wenn das Baby den Kopf anhebt. Letztendlich erreicht das Baby die Brustwarze, hebt den Kopf, öffnet weit den Mund und startet seine Anlegeversuche, bis es seine erste Stillmahlzeit genussvoll zu sich nimmt.

Der Großteil der Babys benötigt für die Stillreise 30-60 Minuten. Wie die meisten Geschenke der Natur ist auch dieses kostenlos. Der Gesundheits- und Ernährungsnutzen ist jedoch von großer Bedeutung. Millionen von Kindern könnten gerettet und Milliarden von Kosten gespart werden. Studien zeigen, dass würde weltweit das frühe Anlegen/Stillen ermöglicht werden, könnten 22% der Babys die im ersten Lebensmonat sterben, gerettet werden. Dies trifft hauptsächlich für die Entwicklungsländer zu. Die Stillreise ermöglicht nicht nur einen gesunden Start ins Leben, sie schafft eine Generation mit dem größten Menschenpotential an Wachstum und Entwicklung.

Literatur: Righard, L., Alade, MO: Effect of Delivery Room Routines on Success of First Breast-Feed“. Lancet (1990): 1105-7; Breast Crawl – UNICEF Maharashtra

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Stillen in der Öffentlichkeit- Boobies are for babies

Dutzende Stillende planen ein Still-Treffen im Hirshhorn Museum um auf ihr Still-Recht in der Öffentlichkeit aufmerksam zu machen.

Anlass dafür war, dass eine Mutter, die ihr Baby auf einer Bank im Hirshhorn Museum gestillt hatte, mehrfach von Sicherheitskräften aufgefordert wurde, die Toilette zum Stillen aufzusuchen. Als die Mutter entgegnete auf der Toilette gebe es keine Sitzmöglichkeit, antwortete man ihr sie möge sich auf die Toilette setzen. Da sich die Mutter über ihr Stillrecht in der Öffentlichkeit, das in den USA von Bill Clinton (Right to Breastfeed Act) 1999 eingeführt wurde, nicht bewusst war, ist sie nach Hause gegangen. (Dieses Gesetz ermöglicht es einer Mutter ihr Kind zu stillen, an jedem Platz an dem sie und ihr Kind befugt sind sich aufzuhalten). Derartige Vorfälle häufen sich in den USA. Das Stilltreffen im Hirshhorn-Museum soll Anlass sein Mütter über ihre Rechte aufzuklären und ihr Selbst- oder Still-Bewusstein zu stärken.

Literatur: By J. Freedom du Lac; Dozens of breast-feeding women plan to descend on the Hirshhorn Museum on Saturday for a “nurse-in” to highlight their federally protected right to nourish their babies in public; Washington Post Staff Writer, Wednesday, February 9, 2011; 8:14 AM

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Stillförderung & Stillzwang

Wer nicht stillt, ist schlecht, lautet der Titel eines Artikels, der am 22.1.2011 in der Presse erschienen ist. Es werden die Unsummen die Mütter in Stillberatungen ausgeben, um den Foltermethoden des Stillens und dem Bild einer guten Mutter gerecht zu werden, kritisiert. Dies führt dazu dass sich immer mehr Frauen gegen die Gleichsetzung „Nur eine stillende Mutter ist eine gute Mutter“ wehren. Denn Mütter die lieber die Flasche geben oder nicht stillen werden stigmatisiert.

Viel Diskussion gab es auch um Elisabeth Badinters Buch „Der Konflikt – Die Frau und die Mutter“, in dem sie die gesellschaftliche Dominanz des Modells der guten Mutter für den Geburtenrückgang in den Industrieländern verantwortlich macht. Immer mehr Mütter verzichten ihrer Meinung nach aus Angst den Anforderungen einer guten Mutter nicht nachkommen zu können, auf Kinder. „Sobald eine Mutter mit dem Stillen anfängt, ist die Bezeichnung Knechtschaft freilich eine ausgezeichnete Beschreibung für die dann folgende Kette von Ereignissen, wie der  24 Stunden Kontakt mit dem Baby, ein „Essen auf Räder“ Service anzubieten, bzw. ein riesiger Schnuller-Ersatz zu sein. Nehmen die Milchdrüsen die Arbeit erstmals auf, dauert es lange Zeit bis die Mutter emotional und physiologisch wieder frei genug ist, sich vom Haken, an dem sie hängt, zu lösen.“

Wird die Stillförderung zunehmend zum Stillzwang? Die Aufgabe der Stillförderung ist es Mütter über die Vorteile des Stillens zu informieren und Unterstützung in der Umsetzung anzubieten. Konkret heißt dass, die  Weitergabe evidenzbasiertem Wissens. Stillen ist zwar natürlich, nicht immer selbstverständlich und Stillen ist kein Instinkt, sondern eine sozial erlernte Fähigkeit, die über Jahrtausende von Frau zu Frau weitergeben wurde. Da die Generation unserer Mütter oft nicht gestillt hat, fehlt diese Informationsquelle, die nun über stillberatende Einrichtungen weitergegeben wird. Die Entscheidung, wie eine Mutter ihr Kind nach der Geburt ernährt, muss  jede Mutter selbst treffen. Mütter, die nicht stillen wollen oder können sind deshalb nicht an den Pranger zu stellen. Andererseits hat jede Mutter das Recht über die Vorteile des Stillens aufgeklärt zu werden.

Auch wenn Frau Badinter meint, das Beste für ein Kind ist eine glückliche Mutter und nicht die Muttermilch, sollte man sich vor Augen halten, dass jährlich rund 1 Millionen Kinder sterben weil sie nicht gestillt worden sind. Natürlich passiert dies vorwiegend in den Entwicklungsländern. Jedoch gibt es immer wieder auch in den Industrieländern Todesfälle aufgrund von verunreinigtem Milchpulver.

Um aus der Stillförderung keinen Zwang werden zu lassen ist der achtsame und wertschätzende Umgang in der Stillbegleitung oberstes Gebot. Dazu gehört es auch Ratschläge genauestens zu überlegen und zu hinterfragen, denn in manchem gutgemeinten Rat steckt auch ein wenig Schlag.

Literatur:

Stillen: Die Macht der Milch « DiePresse.com,  22.1.2011: http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/627546/index.do

Philosophin Badinter: “Instinkte sind für die Tiere”, DiePresse.com, 2.10.2010 http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/599220/Philosophin-Badinter_Instinkte-sind-fuer-die-Tiere?from=simarchiv

Elisabeth Banditer: Der Konflikt: Die Frau und die Mutter, Verlag www.beck.de, München 2010

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Neue österreichische Beikostempfehlung

Beikost

Beikost-Finger Food

Anfang Dezember 2010 sind von Bundesminister Alois Stöger neue Beikostrichtlinien verabschiedet worden.  Einer der Gründe weshalb der Ernährung von Anfang an ein so großes Augenmerk geschenkt wird ist, daß Ernährungsdefizite im späteren Leben nur noch schwer aufzuholen sind. Sprichwörtlich, was ”Hänschen nicht ißt, ißt Hans auch nicht mehr.” Die Geschmacksprägung beginnt bereits durch die Ernährung der Mutter im Mutterleib und setzt sich fort bis zum 2. Lebensjahr. Einmal festgefahrene Ernährungsgewohnheiten wie Fast-Food Konsum, können im späteren Leben nur schwer geändert werden. Darum ist es umso wichtiger, dass sich die Mutter bereits in der Schwangerschaft ausgewogen ernährt . Was ist aber nun die richtige Ernährung? Diese Entscheidung zu treffen ist für viele Eltern nicht einfach, denn zu unterschiedlich und widersprüchlich sind die zur Verfügung stehenden Informationen, überflutet von der Werbung der Säuglingshersteller und begleitet von der Unwissenheit der Bedeutung des Stillens. Stillen kann das Risiko beispielsweise an Übergewicht (Adipositas) zu “erkranken” um 30% senken. Daher wurde vom Bundesministerium für Gesundheit das Projekt “Richtig essen von Anfang” an ins Leben gerufen, wo auch die Broschüre ”Richtig essen von Anfang an” heruntergeladen werden kann.

Im Aller Kürze hier einige Neuerungen in der Beikost: Alle Lebensmittel (ausgenommen Salz, Zucker, Honig, Süßungsmittel, nicht geriebene Nüsse, schwermetallbelastete Fische) können je nach Entwicklung um den 6. Lebensmonat gedünstet, warm und püriert verabreicht werden, während noch gestillt (oder PreNahrung gegeben) wird. Wird die erste Kost akzeptiert, können weitere Mahlzeiten gegeben werden. Zum idealen Zeitpunkt der Einführung von Milchprodukten wurde keine Stellung gegeben. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) und die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfehlen geringe Milchmengen (< 200 ml) in erhitzter Form von Brei oder Erdäpfelpüree ab dem 7. Lebensmonat, von einem Voll-Milchkonsum aus der Flasche (Trinkmilch) raten sie im 1. Lebensjahr strikt ab. Frühgeborene und Kinder mit einer Tendenz zum Eisenmangel sollten keine Kuhmilch im 1. Lebensjahr zu sich nehmen, stattdessen eisen- und vitamin C reiche Nahrung forcieren.

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Berufstätigkeit & Stillen: Vereinbarkeit und Vorteile für Unternehmer

In Österreich haben Stillende rein gesetzlich gute Möglichkeiten Beruf und Stillen zu vereinen. Das österreichische Mutterschutzgesetz regelt die Rechte der stillenden Mutter sehr gut (bezahlte Ruhezeiten von 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als 4,5 Stunden, bzw. 2x 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als 8 Stunden, Stillraum mit Waschbecken, Stromanschluß und Kühlschrank, etc.). Deren Umsetzung in den Betrieben ist jedoch rar. Einerseits liegt dies daran, dass es Müttern oft schwer gemacht wird in ihren Job zurückzukehren, andererseits stillen Mütter die früh in ihren Job zurückkehren meistens ab.

Michelle Obama hat in den USA eine Initiative „Let´s move!“ gegründet, in der es um Gesundheit für Kinder geht – inklusive Stillen. Während die Vorteile des Stillens für Mutter und Kind hinlänglich bekannt sind, zeigen Studien, dass es auch für Unternehmen Vorteile bringt, für die beschäftigten Frauen Möglichkeiten (Pumppausen, Stillzimmer, betriebsinterne Krabbelstube, etc) zu schaffen, um die Stillbeziehung fortzuführen. Statt 40% der Mütter kehrten nach der Geburt 90% wieder in den Betrieb zurück, es mußten also keine neuen Arbeitskräfte angeworben und eingeschult werden. Da gestillte Kinder gesünder  sind ergeben sich 77% weniger Ausfallszeiten, vorwiegend aufgrund von Pflegezeiten ergeben. (Mütter von Flaschenkindern nehmen mehr als doppelt so oft Pflegeurlaub in Anspruch als jene gestillter Kinder). Die Firmen konnten ihr Image als besonders familienfreundlich aufwerten.  Die Produktivität und die Mitarbeiterzufriedenheit haben sich verbessert. Die Mütter sind motivierter, kehrten schneller in den Job zurückund hielten dem Unternehmen länger die Treue. Letzendlich profitieren auch die Krankenkassen von längeren Stillzeiten, da die Kinder seltener krank sind, weniger Arzt- und Medikamentenkosten verursachen.

Studien: Cohen, R, Mrtek, MB, & Mrtek, RG. (1995). Comparison of maternal absenteeism and infant illnessrates among breastfeeding and formula-feeding women in two corporations. American J of HealthPromotion, 10(2):148-153.

Dickson, V., Hawkes, C., Slusser, W., Lange, L., Cohen, R. Slusser, W. (2000). The positive impactof a corporate lactation program on breastfeeding initiation and duration rates: help for the workingmother. Unpublished manuscript. Presented at the Annual Seminar for Physicians on Breastfeeding, Co-Sponsored by the American Academy of Pediatrics, American College of Obstetricians and Gynecologists, and La Leche League International. Chicago, IL: July 21, 2000. 
 

Mutual of Omaha. (2001). Prenatal and lactation education reduces newborn health care costs.Omaha, NE: Mutual of Omaha.

Ortiz, J, McGilligan K, & Kelly P. (2004). Duration of breast milk expression among working mothers enrolled in an employer-sponsored lactation program. Pediatric Nursing, 30(2):111-119.6.

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Willkommen beim Blog Körpergarten

Der Blog Körpergarten beschäftigt sich mit der Bewegung und Ernährung (Stillen). Wichtige Themen des Blogs sind Stillen, Ernährung in der Schangerschaft, Beikost und Bewegung. Zielgruppe sind Schwangere, Stillende und Mütter mit kleinen Kindern, sowie Unternehmen die interessiert sind in der Etablierung von “Mütterförderungs”-Programmen. Ziel des Blogs sind die Veröffentlichung und Diskussion von Informationen und Neuerungen basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den genannten Themen.

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