Gesundheitskompetenz versus Gesundheitsförderung

Mit der Etablierung des umfassenden somato-psychosozialen Gesundheitsbegriffes hat Gesundheitskompetenz auch in die Gesundheitsförderung Eingang gefunden (Altgeld and Kickbusch 2012).

Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres Ausmaß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen. Sie definiert sich durch das Zusammenführen von zwei strategischen Ansätzen: der Stärkung von persönlicher und sozialer Gesundheitskompetenz verbunden mit der Verbesserung von Gesundheitsdeterminanten und dem Abbau von gesundheitlicher Ungleichheit. Um Gesundheitsförderung zielorientiert und wirkungsvoll umzusetzen, hat sich der sogenannte „Settingansatz“ bewährt, d. h. die Menschen sollen in ihren Lebenswelten oder in bestimmten sozialen Zusammenhängen erreicht werden (BMG 2014).

Eine Untersuchung der WHO zeigte, dass Gesundheitskompetenz als Mittel der Gesundheitsförderung zunehmend Beachtung in Europa findet. Es werden Grundsatzüberlegungen zur Förderung der gemeinsamen Nutzung guter konzeptioneller Praktiken im Bereich der Gesundheitskompetenz, der Entwicklung konzeptioneller Ziele und Maßnahmen über alle sozialen Bereiche hinweg sowie der Entwicklung belastbarer Kennwerte für Gesundheitskompetenz zur Identifizierung des Bedarfs und Überwachung der Wirksamkeit vorgestellt (Rowlands et al. 2018).

Im Unterschied zur Gesundheitserziehung geht es bei der Gesundheitskompetenz um mehr als um Wissen, sonst könnte man das Thema durch die Einführung von Gesundheitsinformationen im Internet und die vielen angebotenen APPS ad acta legen. Vielmehr geht es um die Ermächtigung zum Handeln. Ein solcher Prozess des Empowerments hat stets eine individuelle und eine gesellschaftliche Komponente. Macht ist dynamisch, sie manifestiert sich in konkreten sozialen Beziehungen und der Kommunikation zwischen Menschen und innerhalb von Organisationen und Systemen (Schaeffer and Pelikan 2017).

In den Studien gibt es eine erhebliche Überlappung der Fragen der Gesundheitskompetenz und den Bereich der Gesundheitsförderung. Gesundheitskompetenz wird als ein Schlüsselergebnis der Gesundheitsförderung bzw. Prävention von Krankheiten gesehen (Nutbeam 2000).

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